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Objektbeschreibung

Im August 1937 wurde Hofers „Mädchenkopf“ durch die Aktion „Entartete Kunst“ in der Sammlung der Hamburger Kunsthalle beschlagnahmt. Das Gemälde wurde nach Berlin verbracht, dort als „international verwertbar“ klassifiziert und 1939 zunächst von Hildebrand Gurlitt sowie im Jahr darauf von Karl Buchholz erworben. Beide gehörten, neben Bernhard A. Böhmer und Ferdinand Möller, zu den vier Kunsthändlern in Deutschland, die das NS-Regime mit der Veräußerung beschlagnahmter Kunst ins Ausland beauftragt hatte. Es ist bekannt, dass die vier „Verwerter“ untereinander in Kontakt standen und gelegentlich die übernommenen Bestände austauschten. Buchholz hatte für den „Mädchenkopf“ einen Interessenten in Oslo gefunden, aber es ist unklar, ob der Kauf tatsächlich stattfand oder das Werk in Deutschland verblieb. 1949 erwarb es Direktor Adolf Jannasch von unbekannter Seite für die Sammlung der vor Kurzem in West-Berlin neu gegründeten „Galerie des 20. Jahrhunderts“, über die es in die Nationalgalerie gelangte. Das weibliche Brustbild ist in dunklen Blau-, Grün- und Brauntönen gehalten; durch schwarze Umrisslinien hebt es sich von den abstrakten Farbflächen des Hintergrunds ab. Mit nachdenklichem, dabei wachem, leicht nach oben weisendem Blick wendet die Dargestellte ihr Gesicht zur Seite. Der Kurzhaarschnitt und die locker sitzende, einfache Kleidung verleihen ihr eine gewisse Androgynität und gleichzeitig eine selbstbewusste Eigenständigkeit, was auf ein sich emanzipierendes Frauenbild zu Beginn der Weimarer Republik hindeutet. | Irina Hiebert Grun