Porträt Heinrich Ehmsen
Objektbeschreibung
Der Maler und Grafiker Heinrich Ehmsen (1886–1964) gehörte wie Arnold Zweig (B III 21) oder Paul Dessau zu den Künstlern und Intellektuellen in Ost-Berlin, die Wiegmann-Mucchi persönlich kannte und die, wie sie selbst, eine europäische Perspektive in die DDR einbrachten. Die Porträts entstanden nach Sitzungen in ihrem Berliner Atelier und zeichnen sich durch charakteristisch verknappte Formen aus, die eine Synthese aus Einfühlung und Abstraktion ergeben: „Aus diesen Köpfen schwindet zunehmend die idolhafte Distanz, welche frühere Porträts prägte. Das feste Charakterbild wird aufgebrochen durch die Widersprüche des Lebendigen und der Emotionen, die den Betrachter anrufen und einbeziehen.“ (Diether Schmidt, Eine strenge und gütige Menschlichkeit. Zur Gedächtnisausstellung für Jenny Mucchi-Wiegmann in der Nationalgalerie Berlin [Ost], in: Bildende Kunst, H. 12 [1970], S. 646) Augen, Nasen- und Mundpartie sind bei Ehmsen stark modelliert, während die hohe Stirn relativ glatt bleibt. Insgesamt ist die Oberfläche weniger spröde und akzentuiert gearbeitet als beispielsweise bei den algerischen Frauengestalten (B III 7, B III 124). | Angelika Weißbach