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Hommage à Victor Jara (II)


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Objektbeschreibung

Der Militärputsch Augusto Pinochets, durch den die sozialistische Regierung Salvador Allendes in Chile im September 1973 gestürzt wurde, rief in der DDR tiefe Erschütterung hervor. Die DDR-Regierung nahm eine große Anzahl chilenischer Flüchtlinge auf. Viele Kunstschaffende in der DDR setzten sich in ihren Werken mit den Ereignissen in dem lateinamerikanischen Bruderstaat auseinander. Insbesondere der nach wie vor ungeklärte Tod des chilenischen Schriftstellers und Diplomaten Pablo Neruda (1904–1973) und die Ermordung des Volkssängers, Musikers und Theaterregisseur Víctor Jara (1932–1973) wurden in der DDR stark rezipiert. Balden, für den Musik generell sehr wichtig war, erinnerte an den überzeugten Kommunisten Jara mit einer eindringlichen Porträtbüste in Bronze, die sich aus einem runden, offenen Klangkörper und der Darstellung eines stolz erhobenen, aber zugleich gespaltenen Kopfes zusammensetzt. Um den Kopf ist ein zerfließender Lorbeerkranz gelegt, in kleineren Versionen des Sujets ergänzt um eine Lyra anstelle des offenen Resonanzkörpers. Mit der Integration dieser Elemente verweist Balden auf den griechischen Orpheus-Mythos und erhebt die Büste damit über das individuelle Schicksal Jaras hinaus zu einem allgemeingültigen Symbol tragischer Künstlerschicksale. | Maike Steinkamp