Samba Show
Objektbeschreibung
Nachdem Sax bereits Ende der 1950er-Jahre mit Holz gearbeitet hatte, kehrte sie um 1972 zu diesem Material zurück. Mit neu erlernten Fertigkeiten schuf sie zunächst abstrahierte Bäume und ging dann zur menschlichen Figur über. Auf einer Brasilien-Reise erlebte sie den Karneval in Rio de Janeiro und begeisterte sich für die Tänze dort. Schon zuvor waren erste Holzfiguren ihrer Werkgruppe „Danzantes“ (Tanzende) entstanden. Die Skulpturen aus verzapften Brettern, Planken, Platten und Rundformen gestaltete sie zunächst als Einzelfiguren in ausgreifender tänzerischer Bewegung. In zahlreichen Zeichnungen widmete sich Sax dann den Bewegungsabläufen des Gruppentanzes. Ihre daraus hervorgegangene lithografische Mappe „Carioca“ erschien 1976. Im Gegensatz zu den auf Umrundung angelegten Einzelfiguren besitzt das Ensemble „Samba Show“ eine klare Ansichtsseite. zur Stabilisierung konstruierte Sax zunächst ein hochrechteckiges Gerüst, an das die einzelnen Bretter dann montiert werden konnten. Von vorn zu sehen sind drei abstrahierte Figuren mit emporgeworfenen Armen in rhythmischem Ausschreiten. Die Hölzer sind nur geschnitten, aber nicht bemalt. Ihre verschiedenen Maserungen ergeben eine lebendige Binnenzeichnung. Der Ankauf der Samba-Gruppe erfolgte im Zusammenhang mit einer Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, zu der auch Horst Hirsig und Gerd van Dülmen eingeladen waren. Nationalgalerie-Direktor Werner Haftmann sah in den ausgestellten Werken eine Verbindung von konstruktiver Sachlichkeit und barockem Schwung. | Dieter Scholz