Die Überlebenden
Objektbeschreibung
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, während dessen Duda in Wien gelebt hatte, arbeitete er wieder freischaffend in Berlin, wo er sich im Ostteil der Stadt niederließ. Mit seiner künstlerischen Tätigkeit, die er unter den Nationalsozialisten aufgrund seiner politischen Haltung versteckt hatte ausüben müssen, konnte er wieder offen nachgehen. Er war Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Künstler, die später im Verband Bildender Künstler Deutschlands aufging. Zu seinen Auszeichnungen gehört der Käthe-Kollwitz-Preis (1965). Der Titel dieses Bildes aus der unmittelbaren Nachkriegszeit lenkt die Aufmerksamkeit auf acht Personen, die den eigentlichen Mittelpunkt umgeben: Dort liegt, wie aufgebahrt vor einer Mauer, ein Erschießungsopfer, vom Bauch bis zu den Füßen abgedeckt mit einem Tuch; die Todesumstände können nicht näher bestimmt werden. Die Posen der Umstehenden drücken Schock und Trauer aus. Die Figuren sind flach und etwas schematisch dargestellt. Sie stehen für das Lebensgefühl jener Zeit: Fast jede und jeder hatte Angehörige und Freund*innen im Krieg oder durch Verfolgung verloren, es galt zu trauern, nachzudenken oder in die Zukunft zu blicken, und das in jedem Alter. Später verwendete Duda einen alternativen Bildtitel, „Auch wir kämpften – Unseren Toten und den ungenannten Genossen der Illegalität“, der die Darstellung einem Widerstandskontext zuordnet (SMB-ZA, II A/NG 164, Bl. 91). Wann, wie oder warum das Bild in den Besitz des parteinahen Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes kam, von wo es als Schenkung an die Nationalgalerie ging, ist unbekannt. | Emily Joyce Evans