Dünenlandschaft auf Sylt
Objektbeschreibung
Auf die Nordseeinsel Sylt war Heckel erstmals 1923 gereist. Bis in die 1960er-Jahre hielt er sich immer wieder dort auf, um die Weite der Landschaft und die besondere Eigenheit des Lichts künstlerisch zu erfassen. Dies bildete für ihn einen starken Kontrast zur lieblichen Gegend um Osterholz, von der Sylt zugleich nicht weit entfernt liegt. „Die Nordsee“, so bekannte er, „ist unerhört und […] für mich der Energiestrom sehr wohltuend“ (Brief an Max Kaus, 21.6.1923, zit. nach Karlheinz Gabler [Hrsg.], Erich Heckel und sein Kreis. Dokumente, Fotos, Schriften, Stuttgart/Zürich 1983, S. 190). Der 1931 gemalte Blick von Kampen auf die Lister Dünenlandschaft erscheint als Meditation über die Natur. Die Formen der Landschaft, der Vegetation und ihre Farben sind ebenso wie jene der Wolken und des Meeres ornamenthaft zusammengefasst und stellen damit malerisch eigenständige Form- und Farbgebilde dar. Dabei hat Heckel die flüchtigen Elemente des Bildes wie Wolken und Gischt mit der gleichen Dichte gemalt wie die kompakten Formen der Landschaft. Große Aufmerksamkeit gilt der Inszenierung des Lichts, die die Farben zum Leuchten bringt und zugleich den Charakter der nordischen Landschaft hervorhebt. | Janina Dahlmanns