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Objektbeschreibung

„Herkules“ beeindruckt durch die dynamische Komposition, in der sich gebogene Metallrohre organisch um quaderförmige Elemente winden. Während der Titel auf den mythologischen Helden verweist, interpretiert die abstrakte Form das Thema neu. Statt einer figurativen Darstellung des kämpfenden Halbgottes thematisiert das Werk durch das Zusammenspiel der Formen innere Kraft und Balance. Der Kontrast zwischen den geschwungenen Rohren und den statischen Quadern erzeugt eine spannungsreiche Dynamik. Die beiden Künstler*innen waren 1970 nach West-Berlin gezogen, wo sie vor allem großformatige Skulpturen aus Chromnickelstahl schufen. „Herkules“ entstand 1971/1972 und zeigt exemplarisch ihren innovativen Umgang mit industriellen Materialien. Chromnickelstahl zeichnet sich durch eine glänzende Oberfläche aus, die Licht und Umgebung reflektiert. Seine artifizielle Ästhetik bildet hier einen faszinierenden Kontrast zur natürlichen Umgebung, in dem das Werk je nach Blickwinkel und Lichteinfall immer wieder anders erscheint. Die Skulptur wurde 1972 vor dem Schillertheater in Berlin aufgestellt und blieb dort bis 1976, als das Paar sie der Neuen Nationalgalerie als Dank für die Verdienste des Kunsthistorikers Werner Haftmann schenkte. Für die Aufstellung auf der Terrasse des Museums wurde damals eigens ein runder Stahlsockel angefertigt, der das Werk zusätzlich akzentuiert. Seit 2004 befindet sich „Herkules“ als Dauerleihgabe im Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin. | Seoyoung Kim