Sivi Krajolik
Objektbeschreibung
Murtić wurde an der Kunstakademie in Zagreb und an der privaten Kunstschule von Petar Dobrović in Belgrad zum Maler ausgebildet. Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich dem antifaschistischen Widerstand der Partisanen an. Er entwarf Plakate und Slogans, illustrierte Bulletins, Propagandaschriften und große Dekorationen für öffentliche Veranstaltungen. Im Jahr 1948 reiste er zum ersten Mal nach Nordamerika sowie nach Frankreich und Deutschland, wo er jeweils Pavillons für jugoslawische Ausstellungen entwarf. Nach seiner zweiten Reise in die Vereinigten Staaten entdeckte er die Malerei Jackson Pollocks und William de Koonings für sich entdeckt hatte, präsentierte 1953 in der Serbischen Gesellschaft der Künstler (ULUS) in Belgrad sowie 1954 in der Kroatischen Gesellschaft der Künstler (ULUH) in Zagreb 40 Gemälde in einer Einzelausstellung mit dem Titel „Amerikanische Erfahrung“ (Doživljaj Amerike). Die Ausstellung fiel zeitlich mit dem Tod Stalins zusammen, einem Ereignis, das einen Wendepunkt im Werk von Murtić sowie in der gesamten zeitgenössischen jugoslawischen und kroatischen Kunst markierte. Über die Ausstellung waren Kritiker und Öffentlichkeit geteilter Meinung: Die eine Seite lobte die Präsentation, die andere lehnte sie ab und warf dem Künstler vor, vom ideologischen Weg abgewichen zu sein. Ende der 1950er-Jahre nahm Murtić an den wichtigsten künstlerischen Großereignissen teil, wie dem jugoslawischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 1958 und der „2. Documenta“ 1959. Die „Graue Landschaft“ gehört zur reifen Phase seines Werks in den frühen 1980er-Jahren, in der er seine Malerei mit der subjektiven Interpretation der mediterranen Landschaft auf Reisen entlang der Adriaküste erneuerte. | Svetlana Jevtovic Montua