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Objektbeschreibung

1976, zum 80. Geburtstag des Künstlers, zeigte die Nationalgalerie (Ost) eine bedeutende Ausstellung seines Gesamtwerks, darunter eine große Gruppe bis dahin kaum beachteter Studien. Diese waren in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit entstanden und lagerten in einem Vorbau des Ateliers in Lüttenort bei Koserow auf Usedom. Für die Schau wurden 60 von ihnen mit Unterstützung des mit Niemeyer-Holstein befreundeten Malers und Restaurators Manfred Kastner gereinigt, ausgebessert und gerahmt. Dazu gehörte das Werk „Trauernde“ von 1947 (A IV 420). Wie dieses sind auch die meisten Landschaftsdarstellungen aus dieser Zeit melancholisch gestimmt, so das Bild „Im Sumpf“, das in gedämpfter Farbigkeit einen undefinierbaren Naturausschnitt zeigt: zerborstene Baumstämme, stakende Zweige und vereiste Wasserlachen. Man denkt an Kriegsschäden in der Landschaft, wie sie das bis an die Grundstücksgrenze reichende Sperrgebiet der Heeresversuchsanstalt Peenemünde zur Produktion der V-Waffen mit sich brachte. Die Sammlung des Atelierhauses bewahrt vergleichbare Arbeiten von 1945, etwa „Gestürzter Baum“ (WVZ Soldner/Soldner 1995/2003, Nr. 0213), die Darstellung einer dicht am Haus von einer Mine zerstörten Weide. Mitunter war der Künstler selbst von der Qualität der neu hergerichteten Arbeiten überrascht. Das Bild „Im Sumpf“ überließ er der Nationalgalerie im Vorfeld der Ausstellung als Schenkung. | Angelika Wesenberg