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Farbraumkörper (ohne Titel)


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Objektbeschreibung

Graubner beschäftigte sich seit bereits fast zwanzig Jahren mit seinen dreidimensionalen Farbbildern, als er den hochformatigen, roten „Farbraumkörper“ schuf. Anfang der 1960er-Jahre hatte er die Technik entwickelt, die diesen Werken – damals noch „Farbleiber“, später „Kissenbilder“ genannt – zugrunde liegt. Dabei überspannte er Schaumstoff oder Synthetikwatte mit verschiedenen Stoffen, darunter Nessel, Leinwand und Perlon, und bearbeitete die somit stark absorbierende Oberfläche anschließend mit zahlreichen Farbschichten. Sein Verfahren war neuartig und wurde als radikale Erweiterung der Malerei wahrgenommen. Graubners zentrales Anliegen war es, die Farbe als eigenständiges Medium zu erforschen und von narrativen oder symbolischen Bedeutungen zu lösen. Zwar wirken die „Farbraumkörper“ auf den ersten Blick monochrom, sie bestehen jedoch meist aus mehreren Tönen, die je nach Lichteinfall sichtbar werden. Die weichen, voluminösen Formen laden dazu ein, Farbe nicht nur visuell, sondern auch sinnlich und möglicherweise sogar spirituell zu erleben. Seine emotional aufgeladenen Farbflächen, die häufig mit der Malerei Mark Rothkos verglichen werden, scheinen zu atmen, zu pulsieren und verändern je nach Lichtverhältnissen und Betrachtungsperspektive ihre Wirkung. | Catherine Nichols