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Stahlblatt Nr. 5

1986 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

In der Serie von 1986 fokussiert Lechner bildhauerisch die Themen Flächenteilung und Flächenäquivalenz. Für „Stahlblatt Nr. 5“ schnitt er eine 9 Zentimeter dicke, quadratische Walzstahlplatte mit einem Radius von 32 Metern in zwei gleichgroße Segmente. Eine dazugehörige Konstruktionszeichnung belegt die gleichzeitige Biegung der Flächensegmente im gleichen Radius der Schnittteilung (Dieter Honisch, Alf Lechner. Skulpturen Werkverzeichnis 1957–1990, Nr. 1–467, Nürnberg 1990, Abb. S. 180). Die durch Teilung und Wölbung entstandene Dynamik fordert die Betrachter*innen dazu heraus, die beiden konkav bzw. konvex aufeinandertreffenden Formteile miteinander in Beziehung zu setzen, Flächengleichheiten trotz Formvarianten aufzuspüren und über Massenäquivalenzen nachzudenken. Frei von allen inhaltlichen Assoziationen widmete sich Lechner als Bildhauer rein formalen Problemstellungen, die er in zahlreichen Varianten bearbeitete: „Meine Skulpturen stellen keine Bilder oder Symbole dar. Ich bewundere die Kraft der Materie und nutze die Gesetze der Natur.“ (Alf Lechner, in: Daniel McLaughlin [Hrsg.], Alf Lechner – Skulpturenpark, Göttingen 2020, S. 21) Den minimalistischen Flächenteilungen Lechners gehen Experimente seiner Bildhauerkollegen James Reineking, Wolfgang Nestler oder Hansjerg Maier-Aichen voraus. | Yvette Deseyve