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Drei Akte (Drei Grazien)


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Objektbeschreibung

Um 1924 fand die Auseinandersetzung mit der Antike ein vorläufiges Ende. Die drei Grazien sind eines der großen Themen der abendländischen Kunst. Töchter des Zeus oder des Bacchus verkörpern sie Frohsinn, Überfluss und Glanz, stehen für Musik, Tanz und Poesie. Die anmutigen, meist nackten Gestalten folgen einem traditionellen formalen Schema. Die mittlere Figur ist in Rückenansicht gegeben und die beiden seitlichen in Vorderansicht, wie wir es aus den Bildern Sandro Botticellis, Raffaels, Correggios und Peter Paul Rubens’ kennen. Picasso veränderte diesen Kanon und zeigt die mittlere Figur in Vorderansicht und die rechte in Seitenansicht, wie es übrigens auch in dem von ihm bewunderten Gemälde El Grecos, „Apokalypse“ (1608–1614; Metropolitan Museum of Art, New York), der Fall ist. Aber wiederum anders als dort erscheint die linke Figur nun in Rückenansicht. Damit erreichte Picasso, dass drei unterschiedliche Ansichten des weiblichen Körpers zur Darstellung kommen. Sie zeigen eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem „Flirt“ dieses Sommers, der schönen Sara Murphy, der Frau des amerikanischen Malers Gerald Murphy. Die aneinanderstoßenden Körper der Frauen bilden einen geschlossenen Kreis. Obgleich die Figuren eng miteinander verbunden sind, schaut jede in eine andere Richtung, so als seien sie gegen ihren Willen schicksalhaft aneinander gekettet. | Angela Schneider