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Objektbeschreibung

Pfeifer hatte eine Lehre als Gebrauchswerber absolviert, bevor er von 1968 bis 1973 in Leipzig bei Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Hans Mayer-Foreyt Malerei studierte. Bekannt wurde er in der DDR durch kühle und distanziert wirkende Gemälde, die an den damals international populären Fotorealismus erinnern. Dabei kehrte er immer wieder zum Thema Stadtlandschaft zurück. Auch das Motiv der gekachelten Unterführung mit gut gekleideten Passant:innen wiederholt sich in seinem Werk. Mal konzentriert sich der Maler auf die achteckigen Betonmülleimer, mal auf einzelne Figuren in einem ansonsten leeren Gang. In „Feierabend“ wirken die Farben der Mäntel in der Neonbeleuchtung fast übertrieben bunt. Die Menschen sind nur von hinten dargestellt, die Hände erscheinen hier und da wie in einer abwehrenden oder wegwerfenden Geste festgehalten. Die Betrachtenden sind ausgeschlossen und die Figuren nehmen keinen Kontakt untereinander auf; nur der Zufall – die Uhrzeit, zu der man nach Hause geht – bringt sie zusammen. Ein Einzelner wirft einen Blick über die Schulter und tritt so aus der Masse heraus, die sonst in Reih und Glied, Frauen und Männer abwechselnd, fast zu marschieren scheint. Stellt Pfeifer etwas an dieser Routine, an der scheinbaren Ordnung in Frage? Ist dies ein politischer Kommentar oder lediglich eine Alltagsbeobachtung? Als das Gemälde auf der „VIII. Kunstausstellung der DDR“ 1977 in Dresden zu sehen war, verstanden es manche als unterschwellige Gesellschaftskritik des Malers. | Emily Joyce Evans