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Objektbeschreibung

Frauenakte durchziehen Laurens’ Œuvre, ob gezeichnet, gedruckt, aus Holz oder Stein gehauen, oder – wie häufig im späteren Werk – in Bronze gegossen. „Der Herbst“ gehört ungeachtet des Titels zu einer Phase, in der der Künstler mit zahlreichen Werken durch visuelle Elemente und Werktitel auf Wasser oder mythische Wasserwesen verwies. Mit gerundeten Gliedmaßen und Proportionen, die nur lose jenen der menschlichen Figur entsprechen, verrenken und bewegen sich die Akte auf eine Weise, die an Wellen oder wogende Bewegungen erinnert, so auch „Der Herbst“. Eine Frauenfigur liegt auf dem Rücken, das rechte über das linke Bein gekreuzt, die Zehen des linken Fußes ragen über den Rand des Sockels hinaus. Ihr runder Unterleib geht in eine schmale Taille über, der Oberkörper schließt daran wie im Wellengang an. Die Hände hinter dem Kopf verschränkt, stützt sie sich mit einem Arm ab. Ihr fast glattes Gesicht ist genauso gerundet wie Arm, Bein, Fuß oder Hand. Sie blickt in den Himmel und das Haar fällt in Strähnen zurück, als wäre es nass. Die Figur wirkt in sich gekehrt und versonnen, dabei zugleich erotisch, ohne sich bewusst den Blicken anderer auszusetzen. | Emily Joyce Evans