Weg nach Bellinzona
Objektbeschreibung
1918 reiste Hofer mit seinem Studienfreund Hermann Haller erstmals ins Tessin, das später seine zweite Heimat wurde. Von 1925 bis 1939 verbrachte er hier regelmäßig die Sommermonate, ab 1931 im eigenen Haus am Luganer See. In der Nähe hatte auch Hermann Hesse seinen Wohnsitz, mit dem sich Hofer anfreundete. Auf ausgedehnten Wanderungen fand der Maler seine Motive der Tessin-Landschaften, die er häufig erst in seinem Berliner Atelier aus der Erinnerung malte. Der „Weg nach Bellinzona“ ist, ebenso wie Hofers andere Tessin-Bilder der Vorkriegszeit, von Paul Cézannes Kompositionsprinzipien inspiriert. Die ruhige Strenge der kubisch gebauten Architektur in südlichem Licht, die klassische Auffassung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund mit dem Tessiner Bergpanorama sowie die Abwesenheit von Menschen verleihen der Landschaft einen stilllebenhaften Charakter. In den späten 1920er-Jahren war Hofer sehr erfolgreich: 1928 würdigten die Berliner Secession und die Kunsthalle Mannheim den Künstler anlässlich seines 50. Geburtstags mit großen Retrospektiven, die ihm auch international zu Anerkennung verhalfen. In jenem Jahr befanden sich in den Sammlungen von 26 Museen des In- und Auslandes Werke von Hofer. | Irina Hiebert Grun