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Amphion

1962 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

Während seines Studiums in Leipzig lernte Köthe über einen Mitschüler Käthe Kollwitz und Otto Nagel kennen. Der Austausch mit ihnen inspirierte ihn zu einer dunklen, neusachlichen Malerei. 1938 kehrte er nach Berlin zurück und veröffentlichte Karikaturen in der Zeitschrift „Koralle“, woraufhin er von der Reichspressekammer verwarnt wurde. Aufgrund eines Herzfehlers nicht zum Militärdienst eingezogen, arbeitete Köthe während des Krieges als Anstreicher bei Großausstellungen. 1945 bezog er zunächst ein Atelier im amerikanischen Sektor Berlins, blieb mit seiner realistischen Malerei jedoch erfolglos. Das 1962 entstandene Gemälde in der Sammlung der Nationalgalerie ist eines der letzten Werke in surrealistischer Manier, der sich Köthe ab Ende der 1940er-Jahre zugewandt hatte. Dargestellt ist ein Thema aus der griechischen Mythologie. Amphion, ein Sohn von Antiope und Zeus, ist in einer kargen Landschaft dargestellt, rechts öffnet sich das Meer, auf der niedrigen Horizontlinie schließt eine Bergkette an. Der Körper des Königs von Theben scheint sich aus großen Felsbrocken herauszuschälen. Das charakteristische Attribut der Figur, die von Hermes geschenkte Leier, gestaltete Köthe als feines abstrahiertes Liniengerüst, das auch die nur teils aus dem Fels ragenden Körperteile miteinander verbindet. Der Sage nach befestigte Amphion Theben mit einer Stadtmauer, die sich durch seine Musik von selbst zusammenfügte. Kurze Zeit nachdem er dieses Gemälde fertiggestellt hatte, begann Köthe Sujets aus der Alltagswelt zu malen und traf damit erstmals den Zeitgeist, weshalb er heute vorrangig als Vertreter der Pop-Art gilt. | Irina Hiebert Grun