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Raum im Gewebe

1983 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

Jevrić gehörte zur ersten Künstlergeneration der Nachkriegszeit im sozialistischen Jugoslawien. Sie absolvierte eine Ausbildung als klassische Pianistin an der Belgrader Musikakademie (1946) und schloss 1949 ihr Studium der Bildhauerei an der Akademie der Schönen Künste in Belgrad ab. Zu dieser Zeit dominierte bereits der Sozialistische Realismus  auch in der Bildhauerei. Mit ihrer ersten Soloausstellung in der Galerie der ULUS (Union der bildenden Künstler Serbiens) in Belgrad 1957 führte Jevrić einen völlig neuen Ansatz abstrakter Bildhauerei ein, der sowohl mit der realistischen Darstellung als auch mit den traditionellen Materialien der Skulptur radikal brach. Sie bezeichnete diese frühen Werke als „Raumkompositionen“, ein Hinweis auf die enge Verbindung zwischen ihrer bildhauerischen Sprache und ihrem Interesse an Musik. Die webstuhlförmige Skulptur „Raum im Gewebe“ besteht aus neun Zementblöcken, die vertikal und horizontal von Eisenstangen durchbohrt und zusammengehalten werden. Die Formen erinnern zugleich an die Hämmer und Saiten eines Klaviers, eine Anspielung an die Musik, die in Jevrićs Schaffen immer wieder auftaucht. „Die Musik, wie ich sie erlebe, ist eine Kombination aus Klangmassen, Stille und Zwischenräumen, um eine melodische Phrasierung zu erzeugen, die sich über die Zeit und durch den Raum erstreckt. In der Besonderheit dieser komplexen Wechselbeziehung ist eine Aussage enthalten, ein Grund, den Klang als kreatives Mittel zu aktivieren. All dies entspricht dem Kern und dem Wesen meiner bildhauerischen Sprache“, erklärte sie in dem Film „Prostor i Vreme“ (Raum und Zeit), der 1982 für eine Retrospektive im Belgrader Museum für zeitgenössische Kunst produziert wurde. | Svetlana Jevtovic Montua