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Objektbeschreibung

Der „Eva-Torso“ ist in Cremers sonst eher ideologisch geprägtem Schaffen eine von wenigen Ausnahmen in der Sammlung der Neuen Nationalgalerie (siehe auch „Römisches Mädchen“, B III 278; „Kopf einer Schauspielerin“, B I 646; „Junge Liebe“, B II 32; „Schwimmerin“, B II 33). Mit dieser Plastik knüpft der Künstler an ein zentrales Thema auch der Berliner Bildhauerei im 20. Jahrhundert an: die weibliche Aktfigur. Hier handelt es sich um ein Fragment aus Cremers „Großer Eva“ (1950; unter anderem DRK Kliniken Berlin Westend). Anders als in der Ausgangsplastik trägt die Figur in der fragmentarischen Version das dichte, offene Haar auf eine Schulter fallend. Cremer scheint außerdem auf ein weitaus berühmteres Werk anzuspielen. Denn dem „Eva-Torso“ fehlen die Beine unterhalb der Knie sowie die Arme. Letztere gleichen jenen der Venus von Milo (2. Jh. v. Chr.; Louvre, Paris): rechts ist ungefähr die Hälfte des Oberarms ausgeführt, die linke Seite wirkt wie an der Schulter sauber abgeschnitten. Auch der Kontrapost der Figur ist dem weltberühmten Pariser Beispiel ähnlich, Eva steht auf dem rechten Beinfragment und hat das linke leicht angewinkelt. | Emily Joyce Evans