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Objektbeschreibung

Obwohl die Dargestellte eine moderne Frisur und ein weit ausgeschnittenes, schulterfreies Kleid trägt, mutet die Ausführung des Werkes – ein Brustbild aus weißem Marmor – klassisch und damit fast ein wenig altmodisch an. Die glatt polierte Oberfläche lässt die Büste glänzend und weich wirken. Der Mund der Porträtierten ist leicht geöffnet, die Augen sind jedoch nicht ausgearbeitet. Erna Cohnitz, geborene Schultze (1884–1971), Tochter eines rheinischen Fabrikanten, war mit dem Justizrat Ernst Cohnitz verheiratet. Gemeinsam sammelten sie Kunst und genossen einen gehobenen Lebensstil. Ihr Repräsentationswillen wird in dieser Auftragsarbeit und in einem weiteren Porträt von Erna Cohnitz, mit dem der Maler Fritz Rhein betraut worden war (NG 14/71), gespiegelt. Die Familien Cohnitz und Klimsch gehörten zum selben Gesellschaftskreis. Ähnlich wie Luise von Stransky-Greiffenfels (vgl. Klimschs Büste ihres Gatten, NG 28/65) erinnerte sich später Erna Cohnitz’ Tochter, Margrit Fischer-Cohnitz, an die Gastfreundschaft der Klimschs und die berühmten Menschen, die sich bei ihnen trafen. Die frühere, 1913 entstandene Fassung dieser Büste aus Kalkstein ist nicht erhalten; eine Kopie, ebenfalls aus Kalkstein, existiert wohl noch, allerdings ist ihr Aufbewahrungsort nicht bekannt. | Emily Joyce Evans