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Bernauer Straße

1964 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

Die französische Künstlerin d’Aumale, zu der so gut wie keine Informationen erhalten sind, war neben ihrem Schaffen als Malerin auch als Illustratorin und Autorin tätig. Ihr im Jahr 1964 entstandenes Gemälde „Bernauer Straße“ dokumentiert einen der großen Verkehrswege in Berlin, der durch den Bau der Mauer im Jahr 1961 getrennt wurden. Auf der Straße zwischen Mitte und Wedding befindet sich heute ein Mahnmal deutscher Nachkriegsgeschichte und ein Symbol des durch das Grenzregimes verursachten Leids. Noch vor Räumung der Häuser im unmittelbaren Umfeld starben oder verletzen sich in den ersten Wochen nach dem Bau des Grenzwalls viele Bewohner*innen bei Fluchtversuchen. Die auf dem Gemälde von roten Stahlstäben gestützte Hinterlandmauer durchzieht das Bild diagonal. Die schwarz konturierten Silhouetten der Fassaden auf der Ost- wie der Westseite heben sich kaum vor dem grauen Himmel ab, während der grünlich schimmernde Weg, der sich im Westen der Stadt befindet, wie leergefegt ist. Auch wenn der Blickpunkt des Bildes im Westteil zu liegen scheint, ist die urbane Landschaft um die Mauer herum menschenleer. Die düstere, dystopische Stimmung des Bildes spiegelt die Situation im geteilten Berlin wider, die nicht nur Ost- und Westdeutschland politisch trennte, sondern auch Familien, Freundschaften und Liebesbeziehungen auseinanderriss. Nach einer Aufzeichnung in der Werkakte der Neuen Nationalgalerie zitiert das Motto des Gemäldes ein Gedicht von Oscar Vladislas de Lubicz-Milosz: „Vous savez ces grandes fenêtres des temps morts avec l’étrangeté de leurs regards perdus“ („Sie kennen diese großen Fenster der toten Zeiten in der Fremdheit ihrer verronnenen Blicke“). | Lola Inó Schönherr