Medaille Karl Hofer
Objektbeschreibung
Im Auftrag des Magistrats von Groß-Berlin schuf Scheibe diese Medaille zum 70. Geburtstag Karl Hofers (1878–1955). Der Maler zählte zu den wichtigsten Akteuren der (west-)deutschen Kunstwelt der Nachkriegszeit. Bereits in den frühen 1930er-Jahren hatte er sich öffentlich gegen den Nationalsozialismus positioniert. In der NS-Zeit verlor Hofer seine Professur, seine Kunst wurde diffamiert. Dennoch war es ihm möglich, weiter zu arbeiten und bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in beschränktem Maße auszustellen. 1945 wurde er Direktor der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und spielte eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Institution. Hofer prägte die kulturpolitischen Debatten West-Berlins und der jungen Bundesrepublik, unter anderem als Präsident des wiedergegründeten Deutschen Künstlerbundes, bis zu seinem Tod. Der Text auf der Rückseite der Medaille benennt diese Rolle Hofers: „KARL.HOFER/ DEM.GROSSEN/KÜNSTLER.UND.LEHRER/ ZUM.70.GEBURTSTAG“ Außer Hofer, der Scheibe an die Hochschule berufen hatte, porträtierte der Bildhauer weitere Berliner Künstler*innen und damit sein unmittelbares Umfeld. In der Sammlung der Nationalgalerie finden sich u. a. Medaillen mit Bildnissen von Max Pechstein (B I 680 und B 135), Renée Sintenis (B 508 und NG 92/81) oder Georg Kolbe (B 230) aus dieser Zeit. | Philine Pahnke