Mädchen aus der Marienburger Straße
Objektbeschreibung
Die Bronzebüste wirkt, wie viele Arbeiten Grzimeks, leicht und momenthaft. Für die Bildhauerin und Grafikerin steht zu Beginn einer jeder Arbeit die Zeichnung, mit der sie ihre Beobachtungen festhält. Jeder Strich kann von Bedeutung sein. So entwickelt sie bedächtig ihre Figuren und lässt Spuren jenes Prozesses stehen. Der Kopf „Mädchen aus der Marienburger Straße“ ist beispielhaft für dieses Vorgehen: Hier und da sind Daumenabdrücke zu sehen, die beim Aufbau des Gipsmodells entstanden sind. Im weiteren Verlauf wurden die Spuren der Modellage nicht geglättet, sondern bewusst erhalten. Die Künstlerin war fest mit der Ost-Berliner Kunstszene in Berlin-Prenzlauer Berg verbunden. Die Marienburger Straße liegt mitten in diesem Kosmos. Grzimek gehört zum erweiterten Kreis der sogenannten Berliner Schule. | Sabrina Kotzian