Junge Afrikanerin
Objektbeschreibung
Jahrzehntelang prägten zahlreiche Reisen das Leben Wolffs. So war er unter
anderem zweimal in Marokko, 1914 und 1928. Ob die „Junge Afrikanerin“ aus Ton
auf eine Begegnung während dieser zweiten Reise zurückgeht, ist nicht genau
bekannt; jedoch schuf Wolff einige Skulpturen und Zeichnungen, die Marokkaner
darstellen sollen (vgl. WVZ Holthusen 1964, 120–125 [Skulptur], 91 [Grafik]).
Im vorliegenden Werk, von dem es mindestens zwei Exemplare gibt, unterstreicht
der Farbauftrag den dunklen Hautton der Figur, denn der Kopf ist dunkelbraun, das
leicht lockige Haar schwarz, im Kontrast dazu steht das helle Gewand. Neben der
Haut vermitteln auch die vollen Lippen und weit auseinanderstehenden Augen einen
„exotischen“ Eindruck. Die Arme sind mit dem gesamten Körper vom Gewand verhüllt,
und der Gestalt fehlt ein persönlicher oder expressiver Ausdruck. Als wäre sie nur
einer Fantasie des Künstlers entsprungen, bleibt die Frau verschlossen und
geheimnisvoll. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Wolff sich von afrikanischer
Kunst oder Kultur hat inspirieren lassen. | Emily Joyce Evans