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Objektbeschreibung

Für Ticha war der prägendste seiner Lehrer an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee Kurt Robbel. Bei ihm belegte er zwischen 1966 und 1968 sechswöchige Kurse zu Farbenlehre, Komposition und Maltechnik. Zu dieser Zeit orientierte sich Ticha an dem großflächig angelegtem Bildaufbau, den vereinfachten Formen und der aufgerauten Farbmaterie, wie sie Robbels Schaffen charakterisieren. Deutlich wird dies etwa im Vergleich von dessen 1966 entstandenem Gemälde „Der Thunfischer“ (A IV 441) mit Tichas etwas später gemaltem „Schubboot“. In der Binnenschifffahrt waren die Schlepper damals abgelöst worden durch Schuber, die mehrere Ladungsbehälter zugleich vor sich her bewegen konnten. Die volkseigene Binnenreederei der DDR entwickelte eine Vielzahl von Schubbooten unterschiedlichster Größen, darunter die Finow-Klasse, bei welcher der Schiffskörper in Pontonform gestaltet war. In Tichas Gemälde erhebt sich über dieser schwimmenden Plattform der Decksaufbau mit Ruderhaus, Schornstein, Rettungsboot, Seilwinde, Leitern und Lüftungsrohren. Die Elemente der Schiffsarchitektur erinnern an Fernand Légers „Komposition“ von 1920 (B 358), doch fügte Ticha noch das Genremotiv eines Schiffsführers mit Pfeife ein, dessen Silhouette sich vor einem Brückenbogen abzeichnet. Die beiden halbkreisförmigen Öffnungen der Brücke am Ufer spiegeln sich so im Wasser, dass aus ihnen zwei große Augen zu werden scheinen, was Tichas Bild eine geheimnisvolle anthropomorphe Erscheinung verleiht. | Dieter Scholz