Berliner Häuser mit dem Ofenrohr
Objektbeschreibung
Die kubistische, abstrakte Komposition mit dem auf Realitäten verweisenden Titel hat Vorläufer in verschiedenen Fensterstillleben. Ein Vergleichsbild mit einem ähnlichen Gebilde im Vordergrund, wohl wie hier ein Instrument mit Schallloch, befindet sich auch in der Nationalgalerie (B 838, WVZ Schmied/Seel 1976, 745). Auf dem Werk von 1954 ist keine Tiefenräumlichkeit mehr erkennbar, gemusterte Flächen in hellen Farben, Grün, Gelb, ein Lachsrot und das gliedernde Schwarz, stehen in diesem gegenstandslosen, ungewöhnlich großen Bild nebeneinander. Erst die Vorläuferbilder erklären den Titel. Heldt kannte die Stillleben mit Mandolinen von Pablo Picasso und Georges Braque. Vor allem jedoch hatte er im Jahr 1947 in einer Münchner Ausstellung Werke von Henri Matisse studieren können, deren Einfluss in seinem Spätwerk vielfach erkennbar ist. Die durchaus noch erkennbaren Motive sind nun plakativ vereinfacht, sie erscheinen als Farbflächen, oft gepunktet oder mit Wellenlinien versehen. Der Fensterausblick, die dargestellte Stadt, ist nun selbst zu einem Stillleben geworden. Der Künstler hat die einzelnen Formen mit dem Bleistift genau vorgezeichnet, die Striche scheinen durch die dünne Lasurmalerei hindurch. Auch für Heldt hätte von hier aus eine ganz neue Malerei beginnen können, doch er starb noch im selben Jahr. | Angelika Wesenberg