Selbstporträt im Spiegel
Objektbeschreibung
Im Anschluss an seine Lehre zum Lithografen studierte Deierling von 1912 bis 1914 an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Um diese Zeit lernte er Oskar Moll kennen, der – ein Schüler von Henri Matisse – ihm die französische Malerei nahebrachte. Weitere Anregung erfuhr Deierling durch seine Begegnung mit Marc Chagall 1922/1923 in Berlin. Das in einen intensiven Grün-Lila-Kontrast eingespannte „Selbstporträt im Spiegel“ zeigt den Künstler im Jahr der Weltwirtschaftskrise. Der links unten gespiegelte Band der Zeitschrift „Kunst und Wirtschaft“ vom „[Reichsve]rband bildender Künstler, Berlin W 30“ weist gezielt auf diesen Zusammenhang hin. Vermittelt durch die aufsteigende Diagonale von Arm und Pfeife im Zentrum der Darstellung erscheint im rechten oberen Teil der Kopf des Künstlers mit beunruhigt aufgerissenen Augen. Die auf die geschliffenen Kanten des Spiegels zurückzuführende Bildbrechung am oberen und linken Rand verunsichert die Rahmung dieses Settings, während die irisierende Farbgebung des wolkenförmigen Kissens links unter dem Ellenbogen des Künstlers den erscheinungshaften Charakter des Bildes verstärkt. | Kyllikki Zacharias