Gesichtzeigen (Mann mit Maske)
Objektbeschreibung
„Gesichtzeigen“ ist eine der wenigen großformatigen Skulpturen in Mattheuers Werk. Der Künstler hatte 1980 mit der Arbeit an dem Gipsmodell der überlebensgroßen Figur begonnen, die er ein Jahr später in Bronze gießen ließ. Grundlage des Entwurfs war eine kleinformatige Skulptur, die er bereits 1971 gefertigt hatte (WVZ Mattheuer/Leuenroth 2005, S5). Dargestellt ist der Künstler selbst, der sich eine Maske aus einem Schafskopf vor das Gesicht hält, sodass es halb verborgen ist. Das Schaf steht für eine gewisse Einfältigkeit und Dummheit, Eigenschaften, die unter bestimmten Umständen durchaus eine schützende Funktion haben können. Jedoch scheint die Person in diesem Fall im Begriff zu sein, die Maske zu lüften. Während die linke Hand diese hält, ist die rechte zur Faust geballt und symbolisiert den erwachenden Widerstand. Hatte der Künstler der Skulptur zunächst den Titel „Maskenmann“ gegeben, benannte er sie später in Erinnerung an die Leipziger Montagsdemonstrationen 1989/90 um und ergänzte ihn um den Zusatz „Gesichtzeigen“. Tatsächlich reflektiert „Mann mit Maske“ die Situation in der DDR kritisch und verweist auf das absurde Versteckspiel und die Heuchelei, zu der viele Bürger*innen gezwungen waren. Mattheuer und seine Frau Ursula beteiligten sich selbst aktiv an den Demonstrationen im Vorfeld des Mauerfalls. Insgesamt existieren sieben Bronzegüsse von der Skulptur. | Maike Steinkamp