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Verzweifelter. In Erinnerung an den 13. Februar 1945 in Dresden (Der Tod von Dresden)


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Objektbeschreibung

Förster hatte als 15-Jähriger den Luftangriff der Alliierten auf Dresden am 13. Februar 1945 unmittelbar miterlebt. „Diese Zeit um 1945 brachte die erste grauenhafte Begegnung mit dem Tode, dem Massenmord – die Bilder sind unauslöschbar. [...] Noch zu jung, um das alles begreifen zu können, jedoch nicht mehr zu jung, um den Verlust eines eben erst beginnenden Lebens nicht mit Entsetzen zu spüren“, erinnerte sich Förster 1976 (Henry Schumann, Ateliergespräche, Leipzig 1976, S. 65). In der von extremer Spannung erfüllten Figur des „Verzweifelten“ wird die existenzielle Dimension des furchtbaren Geschehens spürbar. Die kreatürlich zusammengeballte Körperlichkeit und die abwehrende Gebärde werden zu einem expressiven Sinnbild menschlicher Schreckenserfahrung. Diese knapp unterlebensgroße Figur des Hockenden, „der, als Jeremias konzipiert, mit einem ausgestreckten Arm auf die brennende Stadt weist, indes die andere Hand den Schrei tiefster Verzweiflung in den Mund zurückpreßt“, empfand Förster selber „später als zu literarisch“ (Wieland Förster, Im Atelier abgefragt, München 2005, S. 88). Der Gedanke, an das Alte Testament anzuknüpfen, zeugt von der Größenordnung der Zerstörung Dresdens in Försters Wahrnehmung. Denn Jeremias prophezeite den Untergang Jerusalems, wie er durch die Babylonier unter Nebukadnezar II. eintreten sollte (Jer. 21-22 und 39), dann zur Zerstörung des Ersten Tempels und zum 70-jährigen babylonischen Exil führte. Dieser Arbeit Försters vorausgegangen war ein „Kleiner männlicher Torso – 13. Februar 1945“ (1967; Staatliche Kunstsammlungen Dresden). | Fritz Jacobi