Straße in Berlin
Objektbeschreibung
Bis zu seiner Emigration nach Paris im Frühjahr 1933 malte Liebknecht, der seit 1931 in Berlin-Wedding wohnte, etliche Bilder von den charakteristischen Gründerzeitstraßen, mit und ohne Passanten. Die Darstellungen zeugen vom Sinn für die atmosphärischen und farbigen Reize der Stadtlandschaft. Fast immer spielt der bewölkte, auch oft gerötete Himmel eine wichtige Rolle, dessen Glanz sich hier auf dem Asphalt spiegelt. Liebknecht stand damit in der Tradition der Berliner Maler Lesser Ury und Franz Skarbina. Auch der mehrmonatige Studienaufenthalt in Paris 1926/1927 und die Kenntnis der Bilder der französischen Impressionisten machten sich bemerkbar. Doch werden die wenig später im Pariser Exil entstandenen Straßenansichten merklich heller und heiterer. Die Berliner Straßenbilder sind unter ähnlichen und wechselnden Titeln publiziert worden, sodass Listen früherer Ausstellungen hier nicht eindeutig sind und sich die jeweils gezeigten Werke kaum identifizieren lassen. | Angelika Wesenberg