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Sonnenuntergang


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Objektbeschreibung

Von Anfang Mai bis Mitte Oktober 1921 hielt sich Pechstein zum ersten Mal im ostpommerschen Leba (Łeba im heutigen Polen) auf. Hier entstand das querformatige Gemälde, das die Große Mühlengrabenbrücke vom Flussufer aus darstellt, mit einem Passanten an ihrem rechten Ende. Der Künstler hat das Bild persönlich auf der Rückseite als „Sonnenuntergang“ betitelt. In den Monaten in Leba erschloss er sich den damals wie heute beliebten Badeort und die umgebende Landschaft. Die Brücken des Ortes wurden zu einem wiederkehrenden Bildmotiv in seinem Werk der 1920er-Jahre. Im Mittelpunkt der vorliegenden Darstellung steht allerdings die Sonne am Horizont, deren gelb leuchtende Strahlen das Geländer der Holzbrücke verdecken – ihre Reflexion verwandelt das Wasser in ein Farbenspiel aus Gelb, Orange und Rot. Ab 1921 verbrachte Pechstein fast jedes Jahr einige Monate in Leba und Umgebung. Dies lag unter anderem daran, dass er während seines ersten Aufenthaltes dort seine zukünftige Frau Martha, die Tochter der Betreiber des Gasthofes Möller, in dem er sich (und seine Familie) einquartiert hatte, kennenlernte, die er im September 1923 in Leba heiratete. Der Ort wurde ihm bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und der Flucht der deutschen Bevölkerung, 1945, zur zweiten Heimat. | Aya Soika