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Bildnis Ludwig Justi. 1. Fassung


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Objektbeschreibung

1956 fand anlässlich des 70. Geburtstages des Künstlers eine große Personalausstellung in Dresden, Karl-Marx-Stadt und Ost-Berlin statt. Die Ausstellung in der Nationalgalerie eröffnete am 15. Dezember der betagte Ludwig Justi, dem Künstler Paul Wilhelm als großer Museumsmann selbstverständlich bekannt. Justi (1876–1957) war bereits von 1909 bis 1933 Direktor der National-Galerie gewesen und hatte damals sehr für die zeitgenössische Kunst eingesetzt. Ab 1946 war er Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin und kurze Zeit später zugleich Direktor der National-Galerie. Aus Dank und Bewunderung bat der Künstler darum, Justi malen zu dürfen. Während eines mehrtägigen Aufenthalts im Sommer 1957 am Wohnsitz Justis in Potsdam entstanden einige Zeichnungen (heute im Besitz der Berliner und Dresdner Kupferstich-Kabinette) und die Grundzüge dieses Porträts. Eine zweite Fassung malte Wilhelm wenig später in Dresden-Radebeul (Staatliche Kunstsammlungen Dresden). Justi starb am 19. Oktober 1957, er wird das fertige Bild nicht mehr gesehen haben. Es wurde 1959 für die Nationalgalerie erworben. Wilhelm zeigt Justi in repräsentativer Haltung, jedoch in überraschender Farbigkeit, in seiner häuslichen Bibliothek. In den Händen hält er vermutlich ein Exemplar seiner in mehreren Auflagen erschienenen Monografie über den Renaissancemaler Giorgione. Und aus den Taschenkalendern des Malers wissen wir, dass dieser das Werk 1957 las und exzerpierte. | Angelika Wesenberg