Bildnis Edwin Redslob
Objektbeschreibung
Im Schaffen der Berliner Künstlerin nahm die Bildnismalerei breiten Raum ein. Namhafte Persönlichkeiten des kulturellen Lebens ließen sich von ihr porträtieren, etwa Max Herrmann Neiße, Alfred Kerr, Leonhard Frank, Claire Waldoff, Wilhelm Furtwängler oder Renée Sintenis. 1953 entstand das Bildnis des Kunsthistorikers, Kulturpolitikers, Publizisten und Mitgründers der Freien Universität Berlin Edwin Redslob (1884–1973). Es zeigt den 69-Jährigen im Sessel sitzend, in den Händen ein Buch mit rotem Umschlag haltend. Zu Entstehungszeit des Porträts war Redslob Prorektor der Freien Universtät und lehrte dort Kunst- und Kulturgeschichte. Vor neutralem Hintergrund hat von Zitzewitz den interessiert blickenden Gelehrten mit lockerem Pinselduktus festgehalten. Die blauen, olivfarbenen und roten Töne der Kleidung bilden malerische Kontraste. Helligkeit liegt auf dem Gesicht und den Händen. Anlässlich des Todes der Malerin 1960 würdigte Redslob in einem Brief an deren Tochter das „Lebendige und Belebende“ ihres Wesens und ihrer Kunst. Sie sei mit Sicherheit ans Werk gegangen und habe auf mitunter geheimnisvolle Art ein Bild von der Vision bis zur Vollendung gebracht. „Ich habe das beobachten können, als sie in unvergessenen Tagen mich zu porträtieren unternahm“ (zit. nach Heinrich Eugen von Zitzewitz, Augusta v. Zitzewitz, Braunschweig 1978, S. 30). | Birgit Verwiebe