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Objektbeschreibung

Die Zeit des Ersten Weltkriegs verbrachte Segal in Ascona am Monte Verità, einem Zufluchtsort für Aussteiger, Pazifisten, Anthroposophen und Künstler. Hier pflegte er Kontakt zu Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky und Paul Klee sowie zu den Zürcher Dadaisten wie Hugo Ball, Hans Arp und Hans Richter. In diesem Umfeld entwickelte der Künstler um 1916/1917 sein Prinzip der Gleichwertigkeit, nach dem er seine Bilder in Raster aus gleichmäßigen Rechtecken unterteilte. Jedes einzelne Segment und das darin Abgebildete erhielten so die gleiche Bedeutung. Das „Gebirgsdorf“ entstand nach dieser Gestaltungsweise in Berlin, wohin Segal 1920 zurückgekehrt war. In der Vereinfachung der dargestellten Häuser zu geometrischen Grundformen wie Quadraten und Dreiecken ergibt sich eine Nähe zum Kubismus. Zwar ist das Gesamtbild erkennbar und eine gewisse Zentralperspektive zu bemerken, Segal grenzte aber die einzelnen Zellen farbig voneinander ab, sodass verschiedene Bilder im Bild entstanden. Neben der Gleichwertigkeit der Gegenstände und Figuren in der Fläche entwickelte er seit 1921 eine Theorie des Prismatismus, die er ebenfalls im vorliegenden Werk anwandte: Der Künstler beschränkte sich weitgehend auf die Grundfarben Rot, Gelb und Blau, die er pointillistisch auftrug. Mitte der 1920er-Jahre gehörte Segal dem Vorstand der Novembergruppe an, war Mitglied der Gruppe Die Abstrakten und in der Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschlands (ASSO) aktiv. Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh der jüdische Künstler aus Deutschland, zunächst nach Mallorca und 1936 nach London, wo er 1944 verstarb. | Irina Hiebert Grun