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Stillleben mit Brot


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Objektbeschreibung

Das symbolträchtige Motiv Brot hat Rosenhauer über Jahre hinweg immer wieder variiert. Eine erste Version dieser Bildgruppe zählt zu den Kriegsverlusten. Bei den Erinnerungsdingen neben seinem Schreibsekretär steckte ein winziges Foto davon: „Das war mein erstes Brot. Das ist mir verbrannt, aber nicht im Backofen – im Februar 45.“ (Horst Drescher, Die Erdfarben des Malers Theodor Rosenhauer, in: MalerBilder. Werkstattbesuche und Erinnerungen, Berlin [Ost]/Weimar 1989, S. 93) Die in der kargen Nachkriegszeit entstandenen Brotstillleben sprachen die Betrachter*innen sicherlich emotional stark an. Rosenhauer selbst beschrieb vor allem die malerische Herausforderung: „Ein bemehltes Brot ist weiß, aber es ist eigentlich nicht weiß.“ (Drescher, S. 75) Und als wichtiges Motiv verführte es Rosenhauer auch zu einem Reim, er zitierte diesen mehrfach: „Ein Brot muß gerissen sein und gesprungen / Sonst ist es für mich zum Malen nicht gelungen / Und dazu auch noch zählt / Daß es irgendwie ist bemehlt.“ (ebd.) Bei unserem Bild wird der Gegensatz von Weiß und Hellbraun durch die dunkelbraune Tasche noch unterstrichen. Das Brot liegt auf einem grünlich-beigen Tuch vor einer ähnlich farbigen Wand – eine zurückhaltend feine und kostbar wirkende Farbmodulation. Die meisten der etwa fünfzig Brotstillleben Rosenhauers entstanden in der Spätzeit, in den 1980er-Jahren. Das Motiv in seiner Einfachheit besaß jederzeit auch gleichnishafte Bedeutung und war beliebt bei den Sammler*innen. | Angelika Wesenberg