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Les deux sœurs


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Objektbeschreibung

Die beiden statuarischen Frauenfiguren, die Léger 1935 in kühlem Grau vor zitronengelbem Hintergrund wiedergegeben hat, basieren zwar noch auf seinen mechanisch-konstruktiven Gestalten des Ersten Weltkriegs, der Typus ist jedoch ein anderer. Weich ondulierte Umrisslinien haben die strenge Geometrie abgelöst und die Körper organischen Formen angenähert. Dieser Umschwung in der Darstellung von Menschen hatte mit Gemälden wie „Die drei Frauen mit Blumen“ (1920; Privatbesitz) oder „Das große Frühstück“ (1921; The Museum of Modern Art, New York) begonnen, Léger bewegte sich damit im Einklang mit Tendenzen der Zeit. Auch Pablo Picasso war nach einer Italien-Reise 1917 zu neoklassizistischen Formen gelangt und hatte zwischen 1920 und 1923 antikisch anmutende Frauen mit massiger Gestalt gemalt. Einfachheit, Monumentalität und die Rückkehr zum Gegenstand wurden auch von Amédée Ozenfant und Le Corbusier propagiert, die 1921 den „Purismus“ ausriefen (Le Purisme, in: L’Esprit nouveau, Nr. 4, 15.1.1921, S. 369–386). Sie forderten den Gebrauch der Primärfarben, und Léger folgte ihnen darin, indem er seine monumentalen weiblichen Akte zunächst auf rotem Hintergrund platzierte (vgl. „Zwei Figuren [Akte vor rotem Grund]“, 1923; Kunstmuseum Basel), dann aber auch auf Blau (etwa „Zwei Frauen auf blauem Grund“, 1927; San Francisco Museum of Modern Art) sowie auf Gelb (wie in der „Komposition mit drei Figuren“, 1932; Centre Pompidou, Paris). Das Motiv der „Zwei Schwestern“ mit einer Blume sollte Léger später wiederholen und erweitern („Komposition mit drei Schwestern, Endgültiger Zustand“, 1952; Staatsgalerie Stuttgart). | Dieter Scholz