Unter der Cordilliere
Objektbeschreibung
Der Bildtitel „Unter der Cordilliere“ verweist zwar deutlich auf die Andenregion, die Trökes in seinem Leben mehrfach bereiste. Typischerweise betitelte er seine Werke jedoch nach Abschluss des Malprozesses. Das Gemälde mag ihn insofern an die Erkundungen in Südamerika erinnert haben, von ihnen ging jedoch nicht unbedingt die Inspiration dafür aus. Wie wichtig ihm das Reisen und die gesammelten Eindrücke jedoch waren, belegt ein kurzer Text über das Reisen, in dem Trökes gleich eingangs festhält: „Am liebsten male oder zeichne ich, am zweitliebsten reisen.“ (Heinz Trökes, Übers Reisen, in: Trökes. Bilder, Zeichnungen, Collagen und Skizzenbücher 1938-1979, Ausst.-Kat., Berlin 1979, S. 181) Insbesondere die chilenischen und peruanischen Wüsten hatten ihn fasziniert. Leitend war dabei nicht die Suche nach Bildideen: „Wie und ob mich das Geschehene anregt oder ob es sich in späteren Arbeiten niederschlägt, weiß ich nicht genau zu sagen“ (ebd.), führte der Maler weiter aus. In der Bildkomposition verbinden sich die auf Grundformen, Ornamente und symbolartige Gestalt reduzierten Elemente, denen jede Perspektive oder Tiefenanordnung fehlt und damit dem von Trökes geforderten „synkretistischen Betrachten“ des entstehenden Werkes entsprechen (ebd., S. 30). | Dorothea Schöne