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Herkules mit dem nemeischen Löwen


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Objektbeschreibung

Die Vielfalt der Titel, unter denen diese furiose Gruppe firmiert, ist aufschlussreich und lässt die intendierte Mehrdeutigkeit erkennen: » Germane, mit einem Löwen ringend « spielt auf die vermeintliche germanische Kraft und Stärke an; » Germane im römischen Circus « bringt die Germanen in die Rolle der Verfolgten; Löwenkämpfer ist wertneutral und betont die menschliche Kraft und den Wagemut im Kampf gegen die wildeste Natur; » Herkules mit dem nemeischen Löwen « verbrämt das Geschehen mythologisch. Vergleichbare Darstellungen mit »Germanen« im Kampf finden sich im 19. Jahrhundert wiederholt. Sie stehen oftmals als allegorische Formel für den Akt einer nationalen Selbstbehauptung gegen vermeintliche Bedrohung oder Überfremdung. Die komplizierte Komposition des vorliegenden Werks zeigt einen athletischen Männerakt und einen den Rachen aufreißenden Löwen, die solcherart ineinander verschlungen sind, dass sich die Gruppe nur im Umschreiten erschließt. Sie besteht aus den Hauptmassen der Rümpfe und den vielfältig auseinanderstrebenden Gliedmaßen, die sich erst bei sorgfältiger Betrachtung der jeweiligen Figur zuordnen lassen: Das Chaos als kompositorisches Prinzip dient dazu, einen filmisch-dynamischen Effekt zu erzeugen. Dies lag ganz in der Natur neobarocker Vitalität; Max Klein hatte dieses Prinzip bei seinem Lehrer Reinhold Begas gelernt, der ihn auch bei der Entstehung des Herkules mit dem nemeischen Löwen unterstützte. Der bekannte Berliner Sammler Eduard Arnhold erwarb das Werk und stellte es zunächst in seinem Garten am Großen Wannsee auf, wo es bis zum Erwerb durch die Skulpturensammlung verblieb. | Bernhard Maatz