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Kopf Ernst Reuter


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Objektbeschreibung

Nach der Entlassung aus der KZ-Haft 1934 war der SPD-Politiker Ernst Reuter (1889–1953) in die Türkei emigriert, wo er bis zum Kriegsende blieb. Nach seiner Rückkehr ins zerstörte Berlin wurde er 1947 zum ersten Oberbürgermeister der geteilten Stadt gewählt. In dieser Position wurde er von den sowjetischen Besatzern jedoch nicht anerkannt. Während der Blockade der drei Westsektoren durch die Sowjetunion von Juni 1948 bis Mai 1949 erwarb sich Reuter durch zahlreiche Verdienste und seine Bemühungen zur Beilegung des Konflikts große Sympathie bei der Bevölkerung. Im Dezember 1948 wurde er erneut zum Oberbürgermeister gewählt. Nach seinem plötzlichen Tod am 29. September 1953 erkannte man, dass zu Lebzeiten kein offizielles Bildnis von ihm angefertigt worden war. Diese Aufgabe fiel dann Heiliger zu, und er berichtete, wie er das Bildnis und die Persönlichkeit des Verstorbenen aus Fotos und Filmaufnahmen rekonstruiert hatte (Bernhard Heiliger. Die Köpfe, Ausst.-Kat., Berlin 2000, S. 78). Das Porträt hat stilistische Ähnlichkeit mit zahlreichen anderen Bildnissen des Künstlers in dieser Phase und wurde sehr populär. Sechs Zementgüsse und elf Bronzegüsse wurden angefertigt, einen davon erwarb 1958 das Museum of Modern Art, New York. Dieser Erfolg sicherte Heiliger vermutlich auch den Auftrag für das Denkmal für den ehemaligen Regierenden Bürgermeister am Rande des Ernst-Reuter-Platzes. Dafür schuf er die bekannte Skulptur „Flamme“ (1963) mit der Inschrift „Frieden kann nur in Freiheit bestehen“. | Anja Pawel