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Objektbeschreibung

Natur und Technik sind die beiden Bereiche, deren Bildlichkeit Bubenik schon früh faszinierte. Ausgehend von mikroskopischen Aufnahmen oder Werkfotos von IBM produzierte er seit 1964 Gemälde mit Titeln wie „Der organische Transistor“, „Der enzymatische Rezeptor“ oder „Die elektronische Schmetterling-Maschine“, die für ihn „Aus der Heraldik des 20. Jahrhunderts“ (so ein weiterer Bildtitel von 1969/1970) stammten. Das nicht weiter spezifizierte „Werk Nr. 158“ könnte wie das ebenfalls 1970 entstandene Gemälde „Archegoniate“ (Privatbesitz), das die Werknummer 160 trägt, vom einem Querschnitt durch das weibliche Fortpflanzungsorgan eines Mooses, einer Gefäßsporenpflanze oder einer nacktsamigen Pflanze abgeleitet sein. Die konzentrischen Kreise mit ihrer intensiven Farbigkeit wirken hypnotisierend und meditativ wie ein tibetisches Mandala, sind aber auch nicht weit entfernt von dem – seit 1970 farbigen – Logo des Ersten Deutschen Fernsehens (ARD) und lassen sich darüber hinaus als „Kunstformen der Natur“ begreifen, wie der Zoologe Ernst Haeckel seine 1899–1904 veröffentlichten Zeichnungen nannte. „Bubenik rekonstruiert Naturgeschichte“, so hieß es im Entstehungsjahr des Gemäldes, „mit wissenschaftlicher Kenntnis und frei streunender Phantasie. Die Bildformel ‚Über-Ornament‘ ist eine beherrschende Bildschicht, sicher nicht die einzige. Das Werk streift beispielsweise die Hard Edge-Malerei, einen konstruktiv wissenschaftlichen Pop und den Konstrukturalismus.“ (Klaus Hoffmann, Neue Ornamentik, Köln 1970, S. 98) | Dieter Scholz