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Objektbeschreibung

Heckel gehörte 1905 zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Brücke in Dresden. Gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und weiteren, wechselnden Gleichgesinnten war er angetreten, neue Wege in der Kunst zu beschreiten und eine „Brücke“ zu neuen Ufern in Leben und Kunst zu schaffen. In der ersten Zeit bedeutete den jungen Künstlern das Vorbild Vincent van Goghs sehr viel. Bereits im Dezember 1905 hatten sie dessen Werke in der Dresdner Galerie Arnold im Original gesehen. Sie betrachteten ihn als einen Erneuerer der Kunst und übernahmen seine emotionale, leidenschaftliche Malweise sowie die befreit wirkenden, leuchtenden Farben. Die Intensität der Farben hat Heckel in seinem „Frauenbildnis“ durch unvermischte Töne und komplementäre Kontraste gesteigert. Locker gesetzte, dynamische Pinselstriche modellieren die Darstellung und versetzen die Bildfläche in ein bewegtes Flirren. Indem die Leinwand zwischen den Strichen sichtbar bleibt, wird der spontane Charakter unterstrichen. Die züngelnden Farbkommata gehen in ihrer vehementen Dynamik über das Vorbild van Goghs hinaus. | Janina Dahlmanns