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Der Tänzer Jean Börlin


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Objektbeschreibung

Sintenis’ Plastik des schwedischen Tänzers und Choreografen Jean Börlin (1893–1930) war eine ihrer ersten Tanz- und Sportlerfiguren. Börlin gehörte 1920 zu den Gründern der „Ballets Suédois“, einem bis 1925 aktiven Pariser Ensemble. Die Gruppe griff Elemente des Ausdruckstanzes auf, wobei Börlin, der die meisten Choreografien entwarf, eine Synthese aus Tanz, Musik, Poesie und zeitgenössischer Malerei anstrebte. 1920 war das Ensemble zu einem Gastspiel in Berlin. Aufmerksam auf Börlin wurde Sintenis wahrscheinlich durch ihren Kunsthändler Alfred Flechtheim. Dieser widmete dem schwedischen Ballett 1922 eine Ausstellung in seinen Galerieräumen, wofür er einige der von ihm vertretenen Künstler bat, Arbeiten zu fertigen. Vermutlich entstand auch Sintenis’ kleinformatige Börlin-Plastik in diesem Zusammenhang. Deutlich knüpft die Künstlerin damit an ihre frühen Frauenfiguren wie die „Tänzerin“ (NG 54/81) an. Doch anders als dort geht es ihr bei Börlin nicht um die Visualisierung eines tänzerischen Ideals, sondern um die Darstellung einer konkreten Person, deren Grazie, Rhythmus, Kraft und Geschmeidigkeit sie zu fassen suchte. Die ausdrucksstarke Körperhaltung, die anmutig gebeugten Arme und Beine zeigen den Tänzer mitten in der Bewegung. Dabei ist die gespannte Muskulatur des Nackten durch die ausgearbeitete Oberfläche hervorgehoben und zeugt von einem genauen Bewegungsstudium. Auch zeichnerisch hat Sintenis Börlin festgehalten. Die Skizzen erschienen 1922 begleitend zu einem Artikel im „Querschnitt“ über das Stück („L’Homme et son désir“ in: Der Querschnitt durch 1922, Berlin 2/1922, S. 37 f.), in dem auch Börlin auftrat. | Maike Steinkamp