Frau mit Hund
Objektbeschreibung
Den Sommer 1921 verbrachte Picasso in Fontainebleau, wo er das Residenzschloss französischer Könige besuchte. Ein von Rosso Fiorentino in den 1530er-Jahren dort geschaffenes Wandbild, „Die Nymphe von Fontainebleau“, stellt einen weiblichen Akt im Schilf dar, der an einem Tongefäß lehnt, aus dem Wasser fließt, zwei Hunde leisten der Frau Gesellschaft. Picasso machte sich das kunsthistorische Vorbild zu eigen, indem er es nicht schlechthin kopierte, sondern paraphrasierte: zunächst in zwei Bleistiftzeichnungen (WVZ Zervos 1951, 4, 301, 302), die in enger kompositorischer Nähe zu der vorliegenden stehen: Auf unserem Blatt betont das im Profil erhobene Haupt der Nymphe ihre unberührbare Stellung; Kreuzschraffuren vermitteln dabei eine „plastische“ Annäherung an die Realität. Picasso hat das Motiv von Frau und Tongefäß zudem in zwei berühmte Gemälde aus demselben Jahr aufgenommen: „La Source“ (Moderna Museet, Stockholm) und „Trois femmes à la fontaine“ (The Museum of Modern Art, New York). | Hans Jürgen Papies