Bereich 166 mit einem Symmetriezentrum
Objektbeschreibung
Winiarski interessierte sich für die Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft. Zugleich glaubte er an das Potenzial des Zufalls. 1953–1959 studierte er an der Fakultät für Feinmechanik der Technischen Universität Warschau, an das sich ab 1960 ein Studium der Malerei, Bühnenbild und Typografie an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau anschloss. Seit seiner Studienzeit beschäftigte Winiarski sich mit Fragen der Bildprogrammierung, aleatorischen Systemen, der Spieltheorie, Wahrscheinlichkeitsräumen und der visuellen Darstellung von Wahrscheinlichkeitsverteilung. Sein Ziel war es, objektive Bilder zu schaffen, unabhängig von den Emotionen des Künstlers. Er zögerte, seine Acrylbilder auf Leinwand oder Holz als Gemälde zu bezeichnen und beschrieb sie als „Flächen“ oder „Versuche, Wahrscheinlichkeitsverteilung visuell darzustellen“. Bei der Konzeption seiner Werke bediente er sich eines Zufallsmechanismus (z. B. durch Würfeln, Roulette oder einen entsprechend programmierten Computer) und erhielt Ergebnisse, die er je nach dem Programm, das er für eine bestimmte Realisierung wählte, interpretierte. Schwarz und Weiß sind nach Winiarski Werte, die in ihrer Opposition eindeutig sind und denen daher Bedeutungen jeglicher Art zugeschrieben werden können – auch extreme Dualismen wie Gut/Böse, Wahr/Falsch oder Etwas/Nichts. Weiß und Schwarz identifizierte er auch mit Null und Eins, sodass jede Tafel als binäre Sequenz geschrieben werden könnte, die in binärer Schreibweise für eine bestimmte Zahl stehen würde. | Marta Smolińska