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Objektbeschreibung

Immer wieder schuf Sintenis Bildnisse ihrer selbst. Ebenso wie andere Porträtstudien aus den 1920er- und frühen 1930er-Jahren sind ihre Masken von 1931 und 1933 (NG 64/81) stark modelliert, was sowohl die ausdrucksstarke Physiognomie als auch das Lebensalter der Künstlerin unterstreicht. Im Selbstbildnis von 1931 fallen ihr kräftige Haarsträhnen in die Stirn; auf diese verzichtete Sintenis in dem zwei Jahre später gestalteten Porträt und konzentrierte sich allein auf die Gesichtspartie. Zwischen der Entstehung beider Bildnisse lagen zwei ereignisreiche Jahre. Während Sintenis 1931 mit ihrer Berufung an die männerdominierte Preußische Akademie der Künste (als zweite Bildhauerin nach Käthe Kollwitz) auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stand, folgte nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 eine zunehmende Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit, die sich nicht zuletzt in ihrem Ausschluss aus der Akademie aufgrund der jüdischen Herkunft ihrer Großeltern manifestierte. Von einem Arbeitsverbot war Sintenis jedoch nicht betroffen, auch von der Aktion „Entartete Kunst“ blieben ihre Werke verschont. | Maike Steinkamp