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Schreitendes Mädchen


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Objektbeschreibung

Naubereit widmete sich in ihren Arbeiten dem menschlichen Bildnis und arbeitete meist mit Modellen, um die Gesetzmäßigkeiten der Formen des menschlichen Körpers zu erkunden. In der Auseinandersetzung mit dem Modell versuchte sie zugleich dessen Individualität herauszuarbeiten. Auf die Frage, weshalb sie sich für die Bildhauerei entschieden hatte, antwortete Naubereit in einem Interview, sie sei von der Natur und ihren vielfältigen Formen dazu angeregt worden. In ihren Arbeiten wolle sie das Charakteristische und Sensible der Figuren ausdrücken (Christiane Fischer-Defoy, Kunst – Macht – Politik, Berlin 1988, S. 117). In der vorliegenden Arbeit wird das Sujet des schreitenden Mädchens im klassischen Kontrapost dargestellt. Seine Körperhaltung erinnert an eine tänzerische Pose, der linke Arm ist nach oben gestreckt, der rechte gesenkt und angewinkelt. Diese anmutige, grazile Bewegung hebt den Aspekt des Momenthaften hervor. Nach ihrem Abschluss an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst Berlin-Charlottenburg im Fach Bildhauerei im Jahr 1930 führte Naubereit diverse Auftragsarbeiten aus, unter anderem für das Theater. 1948 folgte sie ihrem einstigen Lehrer und späteren Ehemann Wilhelm Gerstel (1879–1963) nach Freiburg. | Aline Lusser