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Kniende (Erwartung - Expectation)


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Objektbeschreibung

Um 1943 konzentrierte sich Balden in seinen Skulpturen auf die menschliche Gestalt in ihrer Verletzlichkeit und Bedrohtheit. Dabei ging es ihm nicht um das Erfassen von Details. Stattdessen standen für ihn die Gesamtgestalt und das in sie gesetzte Ausdruckswollen im Vordergrund. Es waren vor allem weibliche Figuren, die Balden während seiner Exilzeit in England gestaltete. Sie sind geprägt durch ihre voluminösen, schwellenden Grundformen, eine Überproportionierung der Gliedmaßen und kleine Köpfen. Im Gegensatz zu den früheren expressiven Figuren des Künstlers hat sich bei diesen Frauengestalten die Oberflächenbehandlung beruhigt, um die Klarheit der plastischen Formen umso reiner hervortreten zu lassen. Die Bleifigur der „Knienden“, auch als „Expectation“ (Erwartung) bezeichnet, steht beispielhaft für die Aufnahme dieser Prinzipien in Baldens Bildsprache. Jahrzehnte später notierte der Künstler dazu: „Auf engem Raume stoßen die Gegensätze aufeinander: stählerne, glatte Spannung und wuchtige Ausstülpung. Ein erregendes Schauspiel der Auflehnung gegen das Gebeugtsein“ (Theo Balden, Formerfahrungen, in: Ursula Feist, Theo Balden, Dresden 1983, S. 246). | Maike Steinkamp