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Objektbeschreibung

Der Mädchenkopf, der auch als „Porträt Anni“ (Bildakte in der Neuen Nationalgalerie) bekannt ist, wurde 1934 auf der „Großen Münchner Kunstausstellung“ gezeigt und dort durch die Nationalgalerie vom Künstler erworben. Das Porträt ist ein Frühwerk Kirchners, der zuvor Meisterschüler von Hermann Hahn in München gewesen war. Im Bildnis der jungen Frau zeigt sich eine Abwendung vom klassischen Schönheitsideal und der kunstvollen Naturnachahmung. Es ging dem Künstler darum, das Wesenhafte, die Persönlichkeit der Dargestellten sichtbar zu machen. So prägen das unverstellte Lächeln und der direkte Blick den Ausdruck. Die Plastizität und die mit der Hand modellierten Haare, die gratigen Unebenheiten und der abrupt endende Hals ordnen sich der Gesamtwirkung unter. Der Schaffensprozess und die Materialität des weichen Wachses, aus dem das Modell der Büste geschaffen wurde, bleiben sichtbar, die Linien sind weich. Das Werk des Künstlers zeichnete sich im Laufe der Jahre zunehmend durch Archaik und Vereinfachung aus, wie sich an der 1966 für die Nationalgalerie ebenfalls von Kirchner direkt erworbenen Bronzebüste des dirigierenden Karl Böhm (1965, B 816) ablesen lässt. | Johanna Yeats