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Das Urteil des Paris Verso: Zwei Angler an Kanal


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Objektbeschreibung

Das häufig dargestellte Motiv „Urteil des Paris“ fasste Ebert eher spielerisch auf – er hat ein poetisches Bild entwickelt, keine Deutung versucht. Er zeigt eine nächtliche Szene, dennoch stehen die Figuren leuchtend hell in der Dunkelheit. In der Mittelachse des Bildes steht vorn ein Korb mit roten Äpfeln, dahinter befinden sich der entsprechende Baum und am Himmel eine schmale Mondsichel. Der Halbgott Paris steht, wie nach einem Bade, rechts des Baumes und isst einen der Äpfel, dabei hat er keinen Blick für die drei Schönen, die sich links des Baumes aneinanderdrängen. Eher unbestimmt äußerte sich Ebert zu seinem Bild: „Ja, das ist mehr ein Spaß, sagt er zu seiner Version. Der Paris, der nimmt gar keine Äpfel, ja, und die – so nennt er respektlos die Grazien –, die nehmen den ganzen Korb und essen denn die Äppel selber […]“ (Gerhard Wolf, Albert Ebert. Wie ein Leben gemalt wird, Berlin 1974, S. 67). Vergleichend mit anderen Darstellungen des Themas deutete Peter Arlt diese so: „In der Aufhebung des Parisurteils geht A. Ebert am weitesten. Auch bei ihm stehen die drei Mädchen freundschaftlich zusammen. Keine legt Wert darauf, Schönste zu sein. Und Paris hat keine Lust, den Schönheitsrichter zu spielen, er verspeist den Zankapfel. Und da jede der drei auf ihre Art besonders schön ist, steht hier der Korb voller Äpfel. Jeder könnten mehrere Äpfel gegeben werden. Und somit negiert Ebert das Urteil dreifach.“ (Peter Arlt, in: Das Urteil des Paris in der bildenden Kunst der DDR, Ausst.-Kat. Gotha, 1986, S. 19) | Angelika Wesenberg