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Schilf mit Wasserlachen


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Objektbeschreibung

Bilder von Niemeyer-Holstein aus den frühen 1970er-Jahren vermitteln mitunter einen grafischen Eindruck. Mit dünner Farbe wurde gestrichelt, gezeichnet und getuscht, Farbe und Zeichnung konstituieren das Bild. Es entstehen duftige, auch unwirklich-geheimnisvolle Grundstimmungen, Lichtereignisse sind eingefangen. Das Bild „Schilf mit Wasserlachen“ (A IV 423) zeigt einen sehr hellen Tag bei diffusem Licht. Die Darstellung des flachen Graslandes mit großen Wasserlachen und mit dem Blick auf das Usedomer Achterwasser, vorn eine Reuse, rechts im Schilf ein Boot, ist aus gelben, rötlichen und blauen Tönen aufgebaut. Neben der Wiedergabe dieser Mittagsstunde gibt es auch die eines leuchtend blauen Wintertages. Die „Verschneiten Kiefern“ (A IV 424), die Sicht aus dem Atelierfenster des Malers, wirken wie Trolle, dazwischen lodert gelbes chinesisches Gras empor. Zeigt Niemeyer im ersten Bild unendliche Weite, so mit den schneebedeckten Bäumen einen Ausschnitt der Natur, Glanz und Funkeln in diesem Winkel seines winterlichen Gartens. „Man muß die Luft als Maler sehen; ob man sie auch malen will, ist eine andere Frage. Aber es ist doch die Luft, die räumliche Gegebenheiten in natürliche Zusammenhänge bringt, sie ordnet und gliedert […]. Mit dem Problem der Luft wird sich jeder Maler auseinandersetzen müssen, besonders wenn er in die Landschaft geht“ (Achim Roscher, Lüttenort: Geschichten aus dem Leben Otto Niemeyer-Holsteins, Berlin 2006, S. 276). | Angelika Wesenberg