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Und sie bewegt sich doch! (Galilei II)


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Objektbeschreibung

Im Jahr 1968 erhielt Cremer den Auftrag für eine öffentliche Großplastik im Zentrum von Karl-Marx-Stadt (heute erneut Chemnitz), die dem Thema „Befreiung der Wissenschaft“ gewidmet sein sollte. Gleichzeitig wurde Horst Zickelbein beauftragt, ein Wandbild zum Thema „Leben des Galilei“ zu entwickeln. Schnell stieß Cremer auf die angebliche Aussage Galileo Galileis (1564–1642) „und sie bewegt sich doch“ und nahm sie zum Ausgangspunkt; wichtig war auch Cremers Verbundenheit Verbundenheit mit Bertolt Brecht, der 1938 „Das Leben des Galilei“ verfasst hatte. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Astronomen, der das heliozentrische Weltbild des Kopernikus bestätigte, und der Prozess der römisch-katholischen Kirche gegen ihn, in dessen Verlauf die Inquisition ihn zwang, seinen Theorien abzuschwören, sind das Thema von Brechts Theaterstück wie auch von Cremers Plastik. Galilei kniet und erhebt die Hand zum Schwur. Die Falten seines Gewandes gehen in den Scheiterhaufen über, dem er als Strafe für die „Häresie“ übergeben werden soll. Der Titel der Arbeit und die Sonnenkugel auf der linken Hand weisen jedoch auf die spätere Anerkennung der Leistungen Galileis hin. An der Sonne befindet sich eine kleine Erdkugel; beide Elemente dieser Plastik können sich drehen. Wie in vielen seiner Arbeiten verbindet Cremer zwei scheinbar entgegensetzte Momente: Galileis erzwungenen Widerruf sowie die spätere Bestätigung und Würdigung seiner Forschung. | Emily Joyce Evans